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August 2019: Klausurtag der Liberalen Männer

Am 24./25. August 2019 fand in Jena der Klausurtag der Bundesvereinigung Liberale Männer e.V. statt. Dabei wurden im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen mehrere Themen zur Stellung von Männern in der Gesellschaft erörtert. Neben Eltern-Kind-Entfremdung, der Benachteiligung von Männern in der Wissenschaft und Gewalt gegenüber Männern wurde auch über die Identität von Männern und die Entwicklung von geschlechterspezifischen Eigenschaften diskutiert. Zwischen den Themenbeiträgen gab es für alle Teilnehmer frisch gegrillte Thüringer Bratwürste. Zum Abschluss der Tagung führte Frau Dr. Bergner durch das von ihr gegründete erfolgreiche mittelständische Unternehmen VACOM, das Produkte rund um Vakuum herstellt. Frau Dr. Bergner ist FDP-Direktkandidat bei der kommenden Landtagswahl in Thüringen.

Das Thema Eltern-Kind-Entfremdung ("parental alienation syndrome") und Familienrecht wurde von Herrn Scholz vorgestellt. Eltern-Kind-Entfremdung ist eine psychische Störung bei Kindern, die mittlerweile in das Klassifikationssystem (ICD-11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen wurde. Diese Störung wurde insbesondere von dem amerikanischen Kinderpsychiater Richard Gardner ausführlich untersucht. Bei Eltern-Kind-Entfremdung wird ein Kind aktiv vom anderen Elternteil (meist dem Vater) entfremdet und verliert meist völlig den Kontakt zum entfremdeten Elternteil. Eltern-Kind-Entfremdung ist mit erheblichen psychischen Beeinträchtigungen für das Kind verbunden. Im Vortrag von Herrn Scholz wurde auch klar wie das gegenwärtige Familienrecht eine Eltern-Kind-Entfremdung begünstigt. Das mittlerweile von der FDP geforderte #Wechselmodell als Regelfall ist ein Schritt in die richtige Richtung und würde das Problem deutlich lindern, aber nicht vollständig beheben. Weitere Maßnahmen wären nötig.

Die Benachteiligung von Männern in der Wissenschaft an Universitäten und Forschungseinrichtungen war das Thema, das von Herrn Dr. Beer vorgestellt wurde. Diese Benachteiligungen zeigen sich auf mehreren Ebenen. So werden bei Stellenausschreibungen zu wissenschaftlichem Personal Frauen bevorzugt. Manche Stellen werden sogar nur für Frauen ausgewiesen. Auch bei der Vergabe von Forschungsmitteln werden Frauen bevorzugt. Viele Forschungsförderprogramme sind nur für Frauen ausgeschrieben und stehen Männern nicht zur Verfügung. Diese Benachteiligung von Männern findet nicht nur in Bereichen statt, in denen Männer die Mehrheit bilden. So beendeten laut Hochschulrektorenkonferenz im Jahr 2017 mehr Frauen als Männer ein Studium in Deutschland. An manchen Universitäten liegt der Frauenanteil bei Studenten bei 60%. Dennoch findet auch bei Studenten eine Bevorzugung von Frauen und eine damit verbundene Benachteiligung von Männern statt.

Die Identität von Männern wurde von Herrn Feest kritisch erörtert. Ausgehend von dem Buch von John Eldredge ("Der ungezähmte Mann") zeigte er auf, dass es eine für den Mann spezifische Identität gibt, diese sich aber im Lauf der Lebensspanne ändert. Auch scheint sich zu zeigen, dass in den letzten Jahren Männer aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend Schwierigkeiten bei der Identitätsfindung haben. Dabei verglich er auch die Identität des Mannes mit den Handlungsanweisungen für Frauen, wie sie von Ursula Nuber ("10 Gebote für starke Frauen") formuliert wurden. Mehrere dieser dort formulierten Strategien könnten für Männer handlungsweisend sein.

Die Entwicklung von Geschlechterrollen und geschlechtsspezifischen Interessen und Verhaltensweisen ist jedoch ein komplexes Wechselspiel aus genetischen Faktoren, epigenetischen Faktoren und Umwelteinflüssen. Wie Herr Dr. Schmohl aus wissenschaftlicher Perspektive aufzeigte, werden zwar geschlechterspezifische Merkmale durch Gene (z.B. X- und Y-Chromosomen) disponiert, aber deren Ausprägung durch epigenetische und Umweltfaktoren beeinflusst. Epigenetik ist der Bereich der Biologie, der sich mit der Aktivität eines Gens, d.h. mit deren zeitweiligen Expression, beschäftigt. Die Sexualität ist danach zwar vor allem durch genetische und epigenetische Faktoren verankert. Allerdings können Umwelteinflüsse (z.B. Ernährung, Schlaf, …) und damit verbundene physiologische Veränderungen (z.B. Hormonspiegel) die Genexpression beeinflussen. Dadurch können selbst in der embryonalen Entwicklung (in den ersten 8 Wochen nach der Befruchtung) die Bedeutung der Gene für die Ausprägung geschlechterspezifischer Merkmale nachhaltig beeinflusst werden.

Gewalt gegenüber Männern wurde in einem Vortrag von Herrn Brandl thematisiert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass diese Gewalt vielfältige Formen annehmen kann und oft auch sexuell motiviert ist. Außerdem wurde in dem Beitrag deutlich, dass dies nicht nur ein Problem im familiären oder privaten Kontext ist, sondern auch ein gesellschaftliches Problem darstellt. Als Beispiel wurde erwähnt, dass die Handlungsempfehlungen bei Selbstverteidigungskursen die gezielte Verletzung männlicher Sexualorgane vorsehen (z.B. Tritt zwischen die Beine). Weiterhin wird diese möglicherweise folgenschwere Sexualverstümmelung bei Männern (anders als bei Frauen) in vielen Medien als wünschenswert oder positiv behaftet dargestellt.

Neben den aktiven Themenbeiträgen wurde durch Herrn v. Meding auf weitere einschlägige Fachtagungen hingewiesen. Dabei wurde insbesondere über den Deutschen Gender Kongress, der im November 2019 in Nürnberg stattfinden wird, informiert. Ebenso hatten die Teilnehmer Gelegenheit sich durch Informationsmaterialien oder Dokumentarfilme über weitere einschlägige Themen oder die Männerrechtsbewegung in den USA zu informieren. Zwischen den Vorträgen und Diskussionen gab es für alle Teilnehmer leckere Thüringer Bratwürste, die frisch am Grill zubereitet wurden. Für kulinarisch interessierte Teilnehmer gab es auch Anweisungen, wie diese ortsüblich in Thüringen verzehrt werden.

Zum Abschluss der Tagung stellte Frau Dr. Bergner das von ihr gegründete Unternehmen VACOM vor. VACOM stellt Komponenten und Messtechnik rund um Vakuum her, ein industrieller Bereich, der insbesondere bei Hochleistungstechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Herausforderung bei diesen Produkten liegt vor allem darin, diverse Formen der Verunreinigungen des Vakuums zu vermeiden. Frau Dr. Bergner möchte ihre Erfahrungen bei der Gründung und Führung eines erfolgreichen mittelständischen Unternehmens mittlerweile auch in die Politik einbringen. Sie ist FDP-Direktkandidat (Wahlkreis Jena II) bei der kommenden Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober 2019. Die Liberalen Männer wünschen ihr dabei viel Erfolg! (Jena: AB)

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